Hallo ihr Lieben,

da dies ein Ort ist, wo ich meine Erlebnisse und Erfahrungen mit euch teilen  möchte, spreche ich heute mal ein etwas ungewöhnliches Thema an. Eines über welches leider nicht oft offen geredet wird, obwohl es das Natürlichste für die Hälfte der Bevölkerung ist - die Monatsblutung. Im Entfernteren hat es auch mit dem Reisen zu tun, denn wer kennt das nicht: Irgendwie fallen die "kritischen" Tage immer auch in die Urlaubszeit...

Im Spezielleren möchte ich euch eine Tamponalternative vorstellen, die zwar in den letzten Jahren durch diverse Blogs und YouTuber schon an Bekanntheit zugenommen hat, aber noch zu viele haben noch nie etwas davon gehört. Da sich mit Wegwerfprodukten weit mehr Geld erzielen lässt, wird diese "Methode" wohl auch nicht in der Werbung zu sehen sein, aber ich denke, jede Frau sollte davon wissen, um dann selbst zu entscheiden, welche Produkte man weiterhin als Monatshygiene nutzen möchte. Ich spreche von Menstruationstassen (ich mag dieses deutsche Wort dafür so garnicht, aber gut^^)


Wie bin ich darauf aufmerksam geworden?

Auf dem Reiseblog von Carina "Pink Compass" habe ich das erste Mal davon erfahren. Ich muss auch immer schmunzeln, wenn ich die zahlreichen Kommentare unter einem Frauenhygienepost  sehe. Als wenn viele froh sind, dass der Bann gebrochen ist und sich auch öffnetlich darüber ausgetauscht wird.

Was ist das?

Ja, ich glaube diese Frage muss zum eindeutigen Verständnis auch geklärt werden. Menstruationstassen sind elastische, faltbare Becher, die während der Regelblutung in der Scheide getragen werden wie ein Tampon, das Blut aber nicht aufsaugen sondern sicher auffangen. Sie können problemlos gereinigt und ausgekocht werden und können mehrere Jahre verwendet werden.

Warum habe ich mich für einen Kauf entschieden?

Schon in meiner MTA Ausbildung bin ich verstärkter zum Thema Toxisches Schock Syndrom, welches bei Tampongebrauch auftreten kann, informiert worden. Für mich war das keine große Sache. Ich hatte zu der Zeit schon lange Tampons genutzt und soweit war alles paletti. Allerdings empfand ich den Gebrauch von Tampons immer ein bisschen unhygienisch - dieses vollgesogene Stück Zellstoff, was zusammen mit der Körpertemperatur einen guten Boden für Bakterienwachstum darstellt - naja.
Als ich von Menstruationstassen erfuhr, war natürlich meine Aufmerksamkeit geweckt. Bis zum Kauf verging bestimmt nochmal knapp ein halbes Jahr, weil ich diese "Dinger" und den Gedanken sie zu benutzen schon etwas merkwürdig fand.

Anwendung:

Falten - Einsetzen - Entfalten lassen, damit ein leichter Unterdruck entsteht -> dicht - Vergessen - Unterdruck entweichen lassen durch leichtes Drücken gegen die Becherwand - Blut ins Klo entleeren - säubern (erst kaltes Wasser, damit Blut nicht gerinnt und Becher verfärbt, dann warmes Wasser, optional eine leichte Reinigungslösung (nutze ich nicht) - wieder einsetzen.
Nach der Regel Cup auskochen und im mitgelieferten Beutelchen lagern.
Eventuell den Stil kürzen oder ganz abschneiden, da er mitunter beim Sitzen spürbar ist. Auch ohne lässt sich der Cup entfernen.

Die Vorteile: 

  • ökologisch, weil man den Cup mehrere Jahre benutzen kann, dadurch
  • preissparend
  • hygienischer, da der Becher aus medizinischen Silikon ist und somit kein Boden für Bakterienwachstum bietet. Außerdem trocknet es die Scheide auch bei leichter Blutung nicht aus. Das natürliche Milieu bleibt bestehen und das Risiko für Pilzinfektionen ist somit geringer.
  • längere Tragezeit aufgrund des höheren Fassungsvermögens (bis 12h). Wenn ihr keine starke Blutung habt, habt ihr den ganzen Tag Ruhe!
  • kein lästiges Bändchen auf das man pinkelt
  • somit sind auch Schwimmen, öffentliche Duschen und Saunabesuche "unbemerkt" möglich, wenn ihr euch danach fühlt.
  • weniger Gepäck auf Reisen, kein Herumtragen von Ersatztampons 

eventuelle Probleme:

  • Handhabung: das ist Übungssache. Manche Frauen haben das Glück, sich für die perfekte Tasse (dazu unten mehr) entschieden zu haben und kommen auf Anhieb gut klar. Bei mir hat es ein paar Zyklen gedauert. Mein DivaCup lag auch erstmal ein paar Monate im Schrank, weil ich warten wollte, bis die stärksten Tage auf ein Wochenende fallen, damit ich mich zu Hause in Ruhe damit auseinandersetzen konnte.
  • Leeren auf öffentlichen Toiletten: das ist tatsächlich das einzige "Problem", welches ich in der Benutzung sehe. Viele Frauen nehmen zum Säubern des Cups eine Wasserflasche oder feuchte Tücher mit in die Toilettenkabine. In zwei Jahren Nutzung bin ich allerdings noch nicht in diese Situation gekommen, da ich a) auf Arbeit das Glück habe, dass das Waschbecken mit im abschließbaren Bereich ist und ich b) nur am stärksten Tag meiner Regel am Tag ein zusätzliches Mal leeren muss. Bei schwacher bis normaler Blutung reicht es, morgens und abends zu Leeren, also ca. alle 12h.

Den Richtigen finden

Es gibt zahlreiche Hersteller dieser Cups. Unterschiede sind in Festigkeit, Größen, Material und Farben auszumachen. Ich habe schon mehrfach von Frauen gelesen, die einen Cup gekauft haben, mit dem sie nicht klar kommen. Aus Frust Geld umsonst investiert zu haben, geben sie die Sache mitunter auf, was eigentlich schade ist. Es kann also sinnvoll sein, sich im Vorfeld auf den Herstellerseiten zu informieren und Rezensionen, z.B. auf Amazon zu lesen.

Warum DivaCup? Ich wollte einen Cup aus medizinischen Silikon und die Erfahrungsberichte haben mich damals überzeugt. Ich habe leider keinen Vergleich zu anderen Tassen, aber ich empfinde sie als angenehm fest, somit entfaltet sie sich sehr gut.

Ebenfalls aus medizinischen Silikon ist die Lunette. Ich habe sehr viel Gutes über diese Tasse gehört und in zwei drei Jahren, wenn mein DivaCup durch Verfärbung nicht mehr so ansehnlich aussieht, werde ich wohl die Lunette ausprobieren. Ich war auch so mutig, Lunette zwecks einer Kooperationsanfrage anzuschreiben, damit ich hier einen Vergleich machen kann, aber leider ist meine Reichweite zu gering. Trotzdem möchte ich euch auf ein informatives Video aufmerksam machen, in dem so ziemlich alle Fragen rund um die Tasse beantwortet werden.

Ein weiterer Hersteller ist MeLuna. Diese Tassen bestehen aus TPE-Plastik. Während es die oben genannten in zwei Größen gibt, gibt es die MeLuna in 8 Größen, auch extra kurze für kurze Vaginas. Zudem ist die MeLuna mit ca. 16 € sehr preisgünstig. Allerdings habe ich schon oft gelesen, dass sie recht weich ist und vergleichsweise nicht so sicher sitzt und auch nicht so zuverlässig aufploppt.

Mir fällt noch der MoonCup ein, über den ich mich aber nicht weiter informiert habe.


Abschließend kann ich sagen, dass ich sehr glücklich bin, diese Alternative entdeckt zu haben. Meine restlichen Tampons werde ich nun wirklich mal verschenken, weil ich sie nicht mehr brauche. Mit dem DivaCup fühle ich mich einfach wohler.
Mit diesem Post möchte ich an der Aktion von Rostrose "A New Life" teilnehmen.


Hast du schonmal von dieser Tamponalternative gehört?
Oder nutzt du vielleicht selbst einen?


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