Heute möchte ich wieder einen Beitrag zur Blogger- Aktion A New Life leisten.

Gesunde Ernährung, spezielle Ernährungsformen oder Veganismus waren in meiner Welt nicht existent bis eine Freundin Vegetarierin wurde. Das hat mich nicht weiter angehoben. Doch einige Zeit später wurde sie vegan und ich dachte nur: "Oh, eine von den ganz Verrückten" (S. falls du das liest, nicht böse gemeint;-)
Gleichzeitig war ich über meine Gedanken etwas enttäuscht, denn ich bin sehr tolerant und offen für andere Sichtweisen und Gewohnheiten. Beim Thema Veganismus fielen mir auch nur die üblichen unqualifizierten Sprüche à la: "Wo bekommst du denn dein Eiweiß her" ein.

Das und der Gesundheits-Superfood-Wahn der in den letzten Jahren immer mehr aufkeimte,haben mich dazu veranlasst, mich mit Ernährung auseinander zu setzen, im Hinblick auf Veganismus auch etwas mit Massentierhaltung.
In dieser Zeit kam der Trend zu Grünen Smoothies auf, die aus der Rohkost-Ecke kommen. Dieser Hype hat mich neugierig gemacht und ich habe mir gleich einen preiswerten Hochleistungsmixer gekauft. Anfangs habe ich lange Kulturgrün wie Spinat, verschiedene Blattsalate, Möhren - und Kohlrabigrün genutzt, später habe ich das ganze auch mit Löwenzahnblättern gespickt. Da Löwenzahn allerdings sehr bitter schmeckt, bin ich neugierig geworden, was ich noch alles nutzen kann und habe mich bei einer Heilpraktikerin zur Kräuterwanderung angemeldet.

Die Kräuterwanderung

Ich war im März dabei. Da ist das Wildgrün noch recht klein und spärlich. Wir haben Taubnessel, Scharbockskraut, Giersch, Vogelmiere, Brennnessel, Sauerampfer, Gundelrebe, Spitzwegerich, Gänseblümchen, Löwenzahn und Bärlauch bestimmen gelernt und im Wildgarten der Praxis gesammelt. Es war also keine Wanderung in dem Sinne, denn in der Stadt ist es schwierig geeignete Sammelstellen zu finden. Das besondere an diesem Abend war, dass wir nach der Kräuterkunde auch gleich alles Grün in zwei Gründonnerstagssuppen verkocht haben. Einen Salat und Brot mit veganer Kräuterbutter gab es auch noch dazu. In geselliger Runde wurde gespeist und ich fand es wirklich lecker, wenn auch ungewohnt.

Wie nutze ich das im Alltag

Da die Kräuterhexe in mir nicht so groß ist, verwende ich das Wildgrün bisher nur für meine Smoothies. Für Kräuter trocknen, Tees oder Tinkturen herstellen fehlt mir die Lust und das Wissen.


Hier seht ihr meine derzeitige Sammelwiese zwischen Elberadweg und Elbe keine 5 Gehminuten von unserer Wohnung entfernt.


Da vor 2 Wochen Kühe 2 Tage auf der Wiese geweidet haben, sind die Kräuter die ich sicher bestimmen kann, abgefressen, zertrampelt oder zugekackt worden - restlos^^
Ich finde es toll, dass sich die Bauern hier noch Mühe machen die Kühe auf die Wiese zu bringen, obwohl es viel kostengünstiger wäre, sie im engen Stall zu lassen. Die Vogelmiere, die hier teppichartig am Baum wächst, haben sie mir gelassen und der Löwenzahn wächst auch wieder gut.


Als Beispiel zeige ich euch zwei Merkmale der Vogelmiere. Zum einen hat sie einen feinen Härchensaum an einer Seite des Stiels. Also quasi einen Irokesen:) (oben)
Außerdem hat sie im Stiel einen sogenannten Hühner- oder Mäusedarm, der sichtbar wird, wenn man den Stiel auseinander zieht.


Das gesammelte Grün wasche ich gründlich in einer Salatschleuder. Der Einfachheit halber mixe ich meist immer mit einer Banane und einem Apfel.



Warum das Ganze?
Mal davon abgesehen, dass Wildgrün im Gegensatz zu Kulturgrün das vielfache an Vitaminen und Mineralien enthält, ist es ein schönes Gefühl zu wissen wie man das, was in der Natur wild wächst, für sich nutzen kann.

Tipps zum Nachmachen

  • Fangt nicht gleich mit Wildgrün an. Gewöhnt eure Geschmacksnerven erstmal an den grünen Geschmack mit Kulturgrün, wie z.B. Feldsalat, Blattspinat. Wechselt dabei das Grün alle paar Tage aus.
  • Sammelt nur Pflanzen, die ihr eindeutig bestimmen könnt! Ich empfehle euch bei einer Kräuterwanderung  mitzumachen. Bestimmungsbücher können euch zusätzlich helfen. Manches Wildgrün sollte nur zur bestimmten Zeit verzehrt werden z.B. das Scharbockskraut nur vor der Blüte. Auch so etwas solltet ihr beachten.
  • Sammelt nicht an vielbefahrenen Straßen, Feldrändern und Stadtparks in denen viele Hunde laufen.
  • Pflückt nicht ein ganzen Pflanzenfeld leer und reißt nicht die ganze Wurzel mit aus, damit die Pflanze wieder wachsen kann
  • weitere Tipps findet ihr z.B. hier.

Ich bin nun keine Veganerin oder Vegetarierin und ernähre mich nicht nach einer bestimmten Form, wie high carb oder ähnliches. Ich möchte mir keine Lebensmittel verbieten oder eine "Wissenschaft" daraus machen. Meine Ernährung hat sich in ein paar Punkten verändert, weniger tierische Produkte, mehr rohes Gemüse zum Beispiel. Ich genieße aber auch weiterhin Schokolade und Döner ohne Reue und das ist gut so. Hinterfragt vllt. eure Ernährung, informiert und belest euch und setzt das um, was sich für euch gut anfühlt. Ich sage das, weil ich recht viel auf Youtube unterwegs bin. Viele Ernährungstips sind dort sicherlich gut gemeint und wahr, aber manchmal rollen sich mir die Zehennägel auf.

Genießt euer Leben!

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