Prag - ein Tagestrip

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2 Kommentare
"Wir fahren nach Tschechien und nicht nach Tschetschenien" so mein ehemaliger Klassenlehrer, als bei einer Elternversammlung vor Klassenfahrt gewisse Bedenken geäußert wurden. Ich war also nicht das erste mal in dieser schönen Stadt, doch die Erinnerungen sind nach ca. 8 Jahren doch sehr verblasst; mein Freund war noch garnicht dort, also warum nicht nochmal hin?
Hier also ein paar Eindrücke und Infos von unserem Tag in Prag.

 

Schlafen & Frühstücken: Als wir durch die Straßen geschlendert sind, konnten wir an vielen Ecken den Schriftzug "Hotel" sehen. Es sollte also reichlich Möglichkeiten in allen Preisklassen geben, doch wir entschieden uns für ein günstiges, schnuckeliges Motel außerhalb des Zentrums. Da wir den ganzen Tag unterwegs waren, hat es alle mal gereicht.


Von A nach B und C: Von der Metro war ich durchaus angetan. Man kommt bestens an alle sehenswerten Plätzen, trotzdem ist alles sehr übersichtlich gehalten. Zum einen, weil es nur 3 Linien gibt (A,B und C) zum anderen weil diese in den Farben rot, gelb und grün sind und diese Farben an den Wänden der Gänge sind, sodass man intuitiv richtig läuft. Außerdem kommen die Bahnen in sehr kurzen Intervallen. Am längsten haben wir nur etwa 3 Minuten auf die Metro warten müssen. Lustig fanden wir die elendig langen Rolltreppen. Ob das die Prager auch so lustig finden bezweifle ich allerdings, da es keine Treppen als Alternative gibt. So ist es immer etwas beengt, wenn viel los ist.
Das Tagesticket gilt übrigens auch für die Straßenbahn. Ein 3-Tage-Ticket bietet sich für den ein oder anderen auch an, jedoch kann man diese nicht am Ticketautomaten ziehen, sondern nur in speziellen Kiosks.

Sehenswertes: Da wir uns nicht brennend für Museen interessieren und auch nicht jede bedeutende Synagoge sehen mussten, sind wir durch die Straßen geschlendert, haben uns die "Klassiker" angesehen und uns in Parks vom Großstadtrummel erholt.



  
Charakteristisch sind die vielen schönen Altbaufassaden, die das Stadtbild prägen, doch zwischendurch findet man auch moderne Architektur. Dass man beide Stilrichtungen mitunter nebeneinander sieht, finde ich etwas gwöhnungsbedürftig. Beim Tančící Dům (Tanzendes Haus) ist das beispielsweise der Fall. Die - ich nenne es mal ausgefallene Konstruktion - füllt die Lücke, welche eine Fliegerbombe im 2. Weltkrieg in die Häuserreihe riss. Es liegt direkt am Moldauufer, unweit der Metrostation "Karlovo náměstí" (Karlsplatz).




Die Prager Burg (Pražský hrad) ist neben der Karlsbrücke (Karlův Most) der Ort, wo sich die meisten Touristenströme tummeln. Oben seht ihr den St.-Veits-Dom, unten diesen von innen. Ein weiterer Touristenmagnet ist das Goldene Gässchen (Zlatá Ulička), welches sich an der Innenmauer der Prager Burg befinden soll. Wir hatten ursprünglich geplant am Abend durchzugehen, da es dann laut Internet eintrittsfrei ist und auch nicht so überlaufen, doch am Ende kam es doch wieder ganz anders^^  Das verlockende Grün hat uns direkt in den Königsgarten (Královská Zahrada), der hinter dem Veits-Dom liegt, gezogen. Von dort hat man zum Teil sehr schöne Aussichten über Prag.
Noch schöner wird die Aussicht im weiter östlich angrenzenden Letna Park (Letenské sady). Das Bild mit den Moldaubrücken ist dort entstanden. Außerdem befindet sich dort das Prager Metronom. Weiß jemand von euch eigentlich, was es mit diesen Schuhen auf sich hat, die zusammengebunden über Kabel, Ästen und ähnliches geworfen werden? Ich hab das schon im Film "Wag the dog" gesehen, unterschwellig auch im Fernsehen und nun in Prag...




Hängende Schuhpaare am Prager Metronom...

  
Das Prager Metronom sieht man auch von der Karlsbrücke, doch überquert man diese, hat man nur Augen für die zahlreichen Verkäufer mit ihren kleinen Aufstellern, die Statuen und andere Touristen, denen man ausweicht. Möchte man ein Foto machen, wie man es auf Postkarten sieht, muss man wohl sehr früh morgens oder spät abends sein Glück versuchen.

Habt ihr genug von Menschenmassen und Polizei-Sirenengeheule? Hier eine Empfehlung für alle die Erholung bei schönem Wetter suchen: Auf zur Vyšehrad, der Prager Hochburg! Mittels roter Metro an gleichnamiger Station aussteigen, ein paar Meter durch ein Wohngebiet und schon könnt ihr Aussichten genießen, euch mit Decke auf die Wiesen legen oder in einem der kleinen Restaurants und Würstchenständen euren Hunger stillen. Dieses Foto ist dort oben entstanden. Vielleicht kann man diesen schönen Ort sogar als Geheimtip für Pragbesucher bezeichnen.


Speisen: Im Letna Park direkt dort, von wo aus man diesen tollen Ausblick auf die Moldaubrücken hat, sahen wir einen Pavillon in dem man Essen konnte. Die Speisen klangen sehr lecker, lagen aber in der oberen Preisklasse und man konnte nicht mit Karte bezahlen, was uns ins U Sadlu führte - ein uriges Kellerrestaurant im mittelalterlichen Ambiente. An der Stelle Danke an meine Freundin für den Tip;) Gute Böhmische Küche zu sehr humanen Preisen. Um die Mittagszeit sollten unter der Woche Plätze frei sein (als wir dort waren, war recht wenig los). Abends und am Wochenende ist man mit Reservierung wohl auf der sicheren Seite.

Habt ihr schonmal was von Kofola gehört? Als ich mir im U Sadlu unsicher mit dem Getränk war, hat es mir die Kellnerin empfohlen und ich war wirklich angetan; auch wenn ich überhaupt nicht wusste, wo ich es geschmacklich einordnen sollte. Mein Freund hat sich geärgert, dass er Bier bestellt hat. Auf Vyšehrad haben wir uns beide noch mal einen Humpen gegönnt. Es ist ein Softdrink mit Kohlensäure, der in Tschechien und Slowakei der Hauptkonkurrent von Coca-Cola und Pepsi ist. Wieder was gelernt:)




PS: Nach etwas Recherche hab ich nun herausgefunden was es mit diesen Schuhen auf sich hat. Es gibt mehrere Theorien: Das Ganze nennt sich Shoe tossing oder Shoefiti und ist ein "Trend" in der Straßenkunst. Dabei markieren die Schuhe zum Beispiel Orte an denen mit Drogen gedealt wird. In Gangvierteln kennzeichnen die Schuhe den Ort an dem ein Gangmitglied getötet wurde. Es soll wohl auch weniger negativ anmutende Erklärungen geben; so sind sie Zeichen der Freude zum Ende eines Schuljahres oder kündigen eine anstehende Hochzeit an. Hoffen wir, dass es sich hier um eins der letzten Ansätze handelt, sonst wären die Bedenken bei der Elternversammlung damals nicht ganz unbegründet gewesen...



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Kommentare:

  1. Was für supertolle Fotos! Ich bin gerade am Staunen und Entdecken, denn wir waren dieses Jahr auch in Prag und im Spreepark war ich auch, Reisen und Fotografie, meine Schwerpunkte, wobei Du wahnsinnig tolle Fotos machst... zu gerne würde ich mal wissen, wie Du diesen "analog-Touch" hinbekommst oder wie Du das erste Foto hier oben gemacht hast - einfach klasse!
    Zu schade, dass Du nicht näher an Berlin wohnst, ich hätte Dich sofort zu unserem "Bloggem Berlin Barcamp" eingeladen.
    Liebe Grüße /inka

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  2. Wow, sehr schöne Fotos und eine tolle Beschreibung. Prag reizt mich auch schon länger, aber bisher hab ich es einfach noch nicht geschafft Prag zu besuchen. Viele Grüsse aus Zürich!

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